Nicola Berger
Kurwickstr. 14/15
26122 Oldenburg

Atmung-Stimme-Sprache

Unsere Atem-, Stimm- und Sprechmuskulaturen arbeiten in sehr enger Verbindung miteinander.

 

Um Ihnen ein besseres Verständnis für die Muskelfunktionen von Atmung und Stimme in ihrem direkten Zusammenwirken zu geben, werden sie in den folgenden Abbildungen genau dargestellt und erläutert.

 

Unsere Sprache wird während der Ausatmung von unseren Sprechmuskeln wie Lippen, Zunge, Gaumen, Kiefer und Wangen artikuliert.

 

Hörbar gemacht werden die artikulierten Laute durch die Ausatemluft. Dabei wird die vorher eingeatmete Luft durch den kleinen Stimmschlitz zwischen den beiden Stimmbändern geblasen.

Muskelfunktionen von Atmung und Stimme

Kehlkopf im Halsinneren

Abbildung 1 zeigt zunächst einmal den gespiegelten Kehlkopf im Halsinneren liegend.

Kehlkopf mit seinen einzelnen, zur Stimme gehörenden Anatomien

Auf Abbildung 2 sieht man den beschrifteten Kehlkopf mit seinen einzelnen, zur Stimme gehörenden Anatomien.

Muskelfunktionen der Stimm- Muskulatur während der Einatmung

Abbildung 3 zeigt die Muskelfunktionen der Stimm- Muskulatur während der Einatmung.

Dabei dehnen, spannen und öffnen sich die beiden Stimmbänder dreiecksförmig. So gelangt die Einatemluft beim Sprechen direkt in die hinter den Stimmbändern liegende Luftröhre hinein.

Muskelfunktion der Stimm-Muskulaturen während der Ausatemphase

Abbildung 4 zeigt die Muskelfunktion der Stimm-Muskulaturen während der Ausatemphase.

Dabei entspannen und schließen sich die vorher geöffneten beiden Stimmbänder und legen sich nun parallel aneinander vor die hinter ihnen liegende Luftröhre.

Während der Ausatmung wird die Ausatemluft nun aus der Luftröhre heraus durch den Stimmschlitz in ihrer Mitte geführt und dabei möglichst leicht gegen die beiden geschlossenen Stimmbandmuskeln geblasen.

So werden die Stimmbänder dabei dann von der ausgeatmeten Luft in Schwingung gebracht und fein durchvibriert.

Durch diese Vibrationen und Schwingungen entsteht nun der Stimmklang, der anschließend direkt weiter in die vordere Mundhöhle gelangt, dort die artikulierten Laute durchdringt und unser Sprechen klanghaft, hörbar und verständlich macht.

So öffnen und schließen sich die beiden Stimmbandmuskeln während der Ein- und Ausatmung beim Sprechen und auch beim Atmen ohne Artikulation und Tongebung, in einem immer fortwährenden, regelmäßigen Rhythmus.

Wird beim Sprechen nun aber unbewusst zu viel Ausatemdruck gemacht, was unter Stress und erregten Emotionen leicht geschieht, geraten die beiden Stimmbänder unter eine zu hohe Spannung. 

Dadurch wird dann die Ausatemluft blockiert, die nicht mehr frei fließend durch ihren schmalen Stimmschlitz hindurch gelangt.

So reiben sich die beiden Stimmbänder dann im engen Druck aneinander und verletzen sich in ihrer empfindlichen Struktur.

Natürlich werden dadurch dann auch Stimmklang und Sprechlaute gestört.

Auch zu schnelles, gehetztes und flüchtiges Sprechen, zu lautes Sprechen und Sprechen in einer zu hohen Stimmlage, belastet Stimme und Sprache sehr. Dadurch spannen sich die Atem,- Stimm- und Sprechmuskulaturen zu stark an und so gerät automatisch auch der für unser Sprechen so wichtige ausgeglichene Atemrhythmus aus seiner gesunden Balance.

All das kann dauerhaft dann in der Folge auch zu gravierenderen Erkrankungen der Stimme, wie z.B. den Stimmbandknötchen führen.

Starke Räusperzwänge und langanhaltende Chronische Bronchialinfekte

Starke Räusperzwänge und langanhaltende oder Chronische Bronchialinfekte schädigen die Stimm-Muskulaturen sehr.

Beim starken Husten und Räuspern fliegen die beiden Stimm-Muskeln mit einer enorm hohen Geschwindigkeit und Kraft aufeinander und verletzen sich dabei gegenseitig.

Auch das kann Atmung, Stimme und Sprache empfindlich stören und zu einer chronischen Heiserkeit, einer ständig krächzend oder auch leicht knartschend klingenden Stimme führen, die manchmal durch den muskulären Überdruck und das geschädigte Stimmgewebe dann auch völlig versagen kann.

Durch eine falsche Atemtechnik und einen unbewusst zu hohen Muskeldruck beim Sprechen und beim Singen, können sich die beiden Stimmbänder z.B. auch nach außen und voneinander wegwölben. Der schmale Stimmschlitz in ihrer Mitte ist dann dauerhaft so weit nach außen geformt und geöffnet, dass ein großer Teil der ausgeatmeten Luft von der Stimme ungenutzt und ohne die Stimmbänder anblasen und in Vibration und Bewegung bringen zu können, durch ihn hindurch weht.

Die beiden Stimmbänder schließen sich dann beim Ausatmen nicht mehr richtig und können keinen klaren Ton mehr produzieren.

Diese Patienten sprechen dann sehr hauchig und leise und müssen sich sehr anstrengen, um von ihren Mitmenschen einigermaßen verstanden zu werden.

Stimmbänder durch einen muskulären Überdruck

Hier haben sich die beiden Stimmbänder durch einen muskulären Überdruck beim Sprechen auseinander gewölbt, so dass sie sich nicht mehr vollkommen aneinander legen und schliessen können.

Dadurch weht die Atemluft während der Ausatmung durch sie ungenutz hindurch, so dass nur ein leiser, hauchiger Ton entsteht.

All dies zeigt, wie maßgeblich wichtig eine ausgeglichene Atemfunktion für eine gesunde Stimme und Sprache ist.

Deshalb behandele ich meine Patienten in allen Stimm- und Sprachtherapien auf der Basis eines Atemtrainings, das alle drei Funktionen sehr gut miteinander ausgleicht und Stimme und Sprache in eine druckfreie und gesunde Balance bringt.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten:
ATMUNG UND ATEMTHERAPIE  und STIMMERKRANKUNGEN

In ganzheitlicher Therapie, Unterricht, Anleitung zur Selbsthilfe